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 In Calderóns Barock-Dichtung gehen sechs Figuren den Weg von der Geburt
zum Tod: der König, die Schönheit, der Reichtum, der Bauer, die
Weisheit, die Bettlerin. Toda la vida, sagen sie, es una entrada, una
salida. Das Leben ist nur ein Auftritt, ein Abgang.
In der neuen
Fassung von Thomas Hürlimann rauscht plötzlich ein magischer Wind über
Platz und Kloster. Was mag er bedeuten? Wo kommt er her? Calderóns
Figuren, in die heutige Zeit versetzt, bekommen Angst. Viele Zeichen
deuten darauf hin, auch die Welt könnte endlich sein. Steht ihr
Untergang bevor? Erscheint in der nächsten Nacht, wie in alten Sagen
beschworen, die Mater apocalyptica, die schwarze Endmutter mit dem
weissen Lamm? Der Dorf-König beschwichtigt: Kein Grund zur Panik, alles
unter Kontrolle. Die Schönheit trauert einem Leben nach, das sie noch
gar nicht gelebt hat. Die Reiche bangt um ihren Besitz. Die Bettlerin
freut sich, dass sie nichts zu verlieren hat. Pater Kluge, ein Mönch
des Klosters, ruft zu Busse und Einkehr auf. Und der schlaue Bauer
vertrinkt seine Habe. Bevor die Welt untergeht, möchte er noch einmal
den Sternen nachgehen, vom Schützen in den Bären, vom Widder in die
Waage. |
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